Dokumentation
Dies ist das vollständige Benutzerhandbuch für die aktuelle App-Linie 3.11.93: was jedes Modul macht, wie man es Schritt für Schritt benutzt und welche Funktionen zu Free oder Premium gehören.
1. Erste Schritte und der Startbildschirm
Der Startbildschirm bündelt das Wesentliche an einem Ort: DNS-VPN-Status, gewählter Resolver, Schnellzugriffe auf die Hauptmodule und den aktuellen Free/Premium-Status.
- Connect / Disconnect startet oder stoppt das lokale DNS-VPN. Die App verwendet Android
VpnService nur für die DNS-Verarbeitung auf dem Gerät, nicht für einen Länderwechsel oder das Routen des gesamten Datenverkehrs über einen entfernten VPN-Server.
- Servers ist der Bereich für klassisches DNS, DoH, DoT oder einen benutzerdefinierten Resolver.
- Apps erlaubt Premium-Nutzern festzulegen, ob DNS für alle Apps oder nur für ausgewählte Apps gilt.
- Tools ist der Diagnosebereich: Wi‑Fi Analyzer, Speed Test, SSH, LAN-Erkennung, Wake-on-LAN, Stability Monitor und weitere Netzwerkwerkzeuge.
- Auf Android TV zeigt der Startbildschirm zusätzlich Hinweise zum Launcher und Hilfen für die Navigation mit der Fernbedienung.
Der einfachste Einstieg ist: DNS-Server auswählen, auf Connect drücken, den Status prüfen und nur dann in die erweiterten Module wechseln, wenn man sie wirklich braucht.
2. Was ist Free und was ist Premium
| Bereich | Free | Premium Lifetime |
| Basis-DNS | Connect/Disconnect, eigenes IPv4/IPv6-DNS, einfache Provider-Bibliothek | Ja, zusätzlich Profile, DNS pro App und DoH/DoT-Verschlüsselung |
| Wi‑Fi Analyzer | Nur ein schneller, stationärer Scan auf dem aktuellen Gerät | Raum-Scans, Benennung von Punkten, lokaler Verlauf, A/B-Vergleich, Diagramme und Kanalempfehlungen |
| Speed Test | Kurze Stichprobe | Download, Upload, Latenz, Jitter, Region/eigene URL, Verlauf und Vergleich |
| Walkie | Klassisches Bluetooth-Walkie, Chat, Fotos und PTT | Neues Walkie Beta QR über Nearby, getrennt vom klassischen Walkie |
| Erweitertes DNS | Nein | Own DNS, Expert DNS, Smart Profiles, DNS-Profile, App-Gruppen, Kinderprofil |
| Admin-Werkzeuge | Nur einfache Prüfungen | SSH Client, Terminal, Tunnel, LAN-Erkennung, Wake-on-LAN, Stability Monitor, Transfer Telefon → TV |
Wenn man nur DNS umschalten und einen kurzen Netzwerktest ausführen will, reicht Free. Wer DNS pro App, lokale Domain-Filterung, Wi‑Fi-Diagnose pro Raum, SSH oder Konfigurations-Transfer braucht, bekommt mit Premium Lifetime das vollständige Werkzeugset.
3. Klassisches DNS, verschlüsseltes DNS, Profile und Automatisierung
Die App kann weiterhin einfach bleiben, hat inzwischen aber mehrere Ebenen der DNS-Steuerung. Am leichtesten versteht man sie als vier Stufen.
- Klassisches DNS bedeutet manuelle IPv4/IPv6-Resolver oder fertige Anbieter aus der eingebauten Bibliothek. Das ist die beste Wahl, wenn man nur einen anderen Resolver ohne zusätzliche Logik möchte.
- DNS-over-HTTPS und DNS-over-TLS verschlüsseln DNS-Abfragen. DoT benötigt einen Hostnamen, DoH eine vollständige HTTPS-
dns-query-URL; die App warnt, wenn das Adressformat nicht zum gewählten Transport passt.
- DNS-Profile und App-Gruppen speichern fertige Setups. So lässt sich mit einem Tipp zu einem „Zuhause“-, „Kinder“- oder „Streaming“-Profil zurückkehren.
- Smart Profiles automatisieren den Wechsel. Man definiert ein Zeitfenster, das zu aktivierende Profil und optional ein Rückkehrprofil nach Ablauf des Zeitfensters.
Child profile ist ein spezieller Premium-Profiltyp. Er speichert die aktuelle DNS- und App-Auswahl, und das Verlassen dieses Modus erfordert einen vierstelligen Exit-Code. Eine separate Recovery-PIN dient nur dazu, bei einem vergessenen Code wieder die Kontrolle zu erhalten.
DNS-Schalter und Felder mit echtem Einfluss auf die Auflösung
- Klassisches DNS / UDP ist der sicherste Modus für manuell eingetragene IP-Resolver. Er verschlüsselt nicht, verursacht aber bei eigenen Werten am seltensten Verbindungsprobleme.
- DNS-over-TLS (DoT) verlangt einen Hostnamen, keine rohe IP und keinen vollständigen HTTPS-Link. Ein falsches Format führt besonders leicht zu fehlendem Internet, weil das TLS-Zertifikat nicht zur Adresse passt.
- DNS-over-HTTPS (DoH) verlangt eine vollständige
https://.../dns-query-URL. Ein bloßer Host oder eine bloße IP wird von vielen Providern abgelehnt; Presets sind deshalb am sichersten.
- NextDNS ID ist nur ein Helfer, der aus deiner Konfigurations-ID die korrekte DoH-URL erstellt. Die App legt kein Konto an und verwaltet keine Regeln aus dem NextDNS-Dashboard.
- Control D Custom akzeptiert entweder einen DoT-Hostnamen oder eine vollständige DoH-URL aus dem eigenen Konto. Das ist flexibel, aber ein falsches Format kann die DNS-Auflösung schnell lahmlegen.
- Alle Apps / ausgewählte Apps entscheidet, ob das lokale DNS-VPN das ganze Gerät oder nur die gewählten Apps abdeckt. Alles außerhalb der ausgewählten Liste läuft im Modus „ausgewählte Apps“ weiter über den normalen Netzwerkpfad.
- IPv6 DNS aktiviert DNS-Verarbeitung für IPv6-orientierte Netze und Resolver. Das hilft bei echtem IPv6-Einsatz durch Provider oder Router, kann in schlecht konfigurierten Netzen aber Wartezeiten oder Instabilität erhöhen.
- TCP fallback erlaubt einen DNS-Neuversuch über TCP, wenn UDP-Antworten abgeschnitten werden oder scheitern. Das hilft bei restriktiven Netzen oder großen Antworten, kann aber etwas langsamer sein.
- Autostart stellt aktuelle Einstellungen oder ein gewähltes Profil nach dem Start von Android TV wieder her. Praktisch, aber eine fehlerhafte Konfiguration kommt so nach jedem Neustart wieder zurück.
- Kill Switch Assist ist kein echter System-Kill-Switch. Die App hilft nur beim Öffnen der VPN-Einstellungen und beim Wiederaufnehmen des Profils; harte Verkehrssperren erfordern
Always-on VPN plus Verbindungen ohne VPN blockieren.
- Smart Profiles können DNS nach Zeitplan automatisch umschalten. Wenn DNS scheinbar „von selbst“ wechselt, zuerst aktiven Zeitplan und Rückkehrprofil prüfen.
Wichtig laut App-Code: wenn eine DoT-/DoH-Adresse nicht zum gewählten Transport passt, zeigt die App eine Warnung und kann bei bekannten Providern sogar eine automatische Korrektur auf den richtigen verschlüsselten Endpoint anbieten. Im Google-Play-Build ist die Liste „ausgewählte Apps“ außerdem auf für Android sichtbare Apps begrenzt, sodass manche Systempakete dort gar nicht manuell auswählbar sind.
4. Own DNS: die neue lokale DNS-Firewall
Own DNS ist nicht nur „eine weitere Server-Voreinstellung“. Es ist ein eigener Premium-Modus, der sich wie eine kleine DNS-Firewall direkt auf dem Gerät verhält.
- Die App prüft zuerst lokale Regeln und Filterlisten.
- Nur erlaubte Domains werden an den verschlüsselten DoH- oder DoT-Upstream gesendet.
- Eingebaute Kategorien umfassen Werbung, Tracker, Malware und Telemetrie.
- Man kann HTTPS-Quellen hinzufügen, eigene Regeln vom Typ
allow / block / host / redirect erstellen, eine Domain testen und Filter manuell aktualisieren.
Sicherste erste Einrichtung:
- Own DNS settings öffnen.
- Mit Apply preconfigured profile eine funktionierende Basis laden.
- Den verschlüsselten Upstream prüfen und die DoH/DoT-Adresse bei Bedarf korrigieren.
- Nur die Filterlisten aktivieren, die wirklich benötigt werden.
- Test configuration oder Test upstream connection ausführen.
- Erst nach erfolgreichem Test auf Connect drücken.
So liest man den Own-DNS-Bildschirm:
- Dashboard zeigt aktive Regeln, heutige Blockierungen, Cache-Treffer, Abfragen, Upstream-Latenz, Fehler und den Zeitpunkt des letzten Updates.
- Test domain erklärt, ob eine Domain blockiert, erlaubt, umgeleitet oder durch einen eigenen Host-Eintrag beantwortet wird.
- Import domain list erlaubt das Einfügen von Hosts- oder Domain-Zeilen und zeigt eine Vorschau akzeptierter und abgelehnter Einträge.
- Auto-update filter lists aktiviert die Hintergrundaktualisierung aktiver Filterquellen.
Datenschutz bei Own DNS: vollständiges Domain-Logging ist standardmäßig aus. Wenn man es aktiviert, bleiben die Logs bis zu sieben Tage lokal. Man kann sie löschen, als vollständige JSON-Datei exportieren oder anonymisiert exportieren. Nichts wird automatisch hochgeladen.
Own DNS: Schalter und Aktionen mit dem größten Einfluss auf das Endergebnis
- Apply preconfigured profile lädt einen sicheren Startpunkt mit funktionierendem DoH und Beispielregeln. Das ist eine Testbasis, aber keine fertige Richtlinie für jedes Zuhause.
- Integrierte Werbung / Tracker / Malware / Telemetrie sind getrennte lokale Blocklisten. Telemetrie ist oft die schärfste Kategorie, weil manche Apps ähnliche Domains auch für Diagnose, Konfiguration oder Anmeldung verwenden.
- Auto-update filter lists aktualisiert aktive Quellen im Hintergrund. Das hält die Blockierung frisch, kann das Verhalten aber auch ohne manuelle Änderung verändern, wenn Listen Domains hinzufügen oder entfernen.
- HTTPS-Quellen erlauben zusätzliche externe Listen. Je mehr Listen aktiv sind, desto höher ist das False-Positive-Risiko; Test domain und lokale
allow-Ausnahmen werden dann wichtiger.
- Allow lässt eine Domain lokal passieren, obwohl breitere Filter sie blockieren würden. Das ist das wichtigste Werkzeug gegen False Positives.
- Block blockiert die Domain lokal, bevor sie den Upstream erreicht. Das ist die sicherste Schutzregel, weil nichts umgeschrieben wird.
- Host beantwortet eine Domain direkt auf dem Gerät mit einer festen IP. Das ist gut für eigene LAN-Hosts, aber eine falsche IP lenkt Apps sofort an den falschen Ort.
- Redirect schreibt eine Domain auf eine andere IP um. Das ist die stärkste und riskanteste Aktion, weil damit Anmeldungen, CDNs oder Apps leicht kaputtgehen können, wenn die Domain normalerweise auf mehrere dynamische Adressen zeigt.
- Entscheidungsreihenfolge in Own DNS lautet
exceptions/allow → host → redirect → block → integrierte Listen → Cache → verschlüsselter Upstream. Ein allow kann also eine gelistete Domain freigeben, während host oder redirect noch vor dem externen Resolver greifen.
- Test configuration / Test upstream connection sollte nach jeder Änderung am Upstream oder an Regeln ausgeführt werden. Die App markiert solche Profile bewusst als retest-pflichtig, weil ausgelassene Tests schnell zu komplett fehlendem DNS führen.
- Domain-Logging speichert erlaubte und blockierte Domains lokal bis zu sieben Tage. Es zerstört keine Verbindung, macht das Gerät aber datenschutzsensibler.
- Top blocked stats liefert eine leichtere Zusammenfassung der am häufigsten blockierten Domains ohne vollständiges Log. Das ist nützlich für Diagnose ohne Vollverlauf.
Wichtig laut App-Code: „Konfiguration speichern“ speichert das Profil nur, aktiviert aber noch keine Filterung. Erst „Connect“ startet Own DNS wirklich. „Filter jetzt aktualisieren“ lädt die aktuellen Quellen sofort herunter, und „Vorschau“ zeigt vor dem Speichern, welche Importzeilen akzeptiert oder verworfen werden. Die integrierte Telemetrie ist die einzige Kategorie, die standardmäßig deaktiviert ist.
5. Expert DNS
Expert DNS richtet sich an Nutzer, die lokale DNS-Overrides möchten, ohne den vollständigen Own-DNS-Ablauf einzuschalten. Es bleibt Premium, ist aber eher ein Werkzeug als eine Schutzfunktion.
- Custom Hosts ordnet lokale Namen LAN-IP-Adressen zu, zum Beispiel
nas.local → 192.168.1.10.
- Local DNS rules erlaubt Regeln vom Typ
allow, block oder redirect, einschließlich Wildcards und begrenzter Regex-Regeln.
- Test domain prüft, ob eine Domain auf einen Host-Eintrag oder eine Regel passen würde.
- Import / export rules verschiebt Hosts und Regeln als JSON zwischen Geräten.
Wenn man keine manuellen Host- oder Redirect-Overrides braucht, sollte Expert DNS ausgeschaltet bleiben und stattdessen normales DNS-Switching oder Own DNS verwendet werden.
6. Import, Export, QR und TV-Transfer
Der Import/Export-Bereich existiert, damit man komplexe DNS-Einstellungen nicht mit einer TV-Fernbedienung neu eingeben muss.
- Import from code akzeptiert einen Konfigurationscode oder QR-Code, der auf einem anderen Gerät erzeugt wurde.
- Import from URL lädt App-JSON, Hosts, Domain-Listen oder lokale Regeln einmalig von HTTP/HTTPS herunter. Es ist keine Hintergrundsynchronisierung.
- Import list/file verwendet den Android-Dokumentenpicker.
- Receive on TV startet einen temporären lokalen Empfänger. Der Fernseher zeigt IP, Port und PIN an.
- Send to TV sendet auf dem Telefon das aktuelle Setup an den Fernseher im selben vertrauenswürdigen LAN.
Cloud Backup Beta steht weiterhin nur auf der Roadmap. Der reale Transfer erfolgt heute lokal über Export, QR oder LAN-Transfer.
7. Wi‑Fi Analyzer und Raum-Scans
Dieses Modul ist eines der am stärksten ausgebauten. Wichtig ist die Trennung in zwei Modi.
- Basic Wi‑Fi scan ist in Free verfügbar. Er ist ein schneller stationärer Scan rund um das aktuelle Gerät und speichert keinen Verlauf.
- Room Wi‑Fi scanner ist Premium. Damit kann man mit einem Telefon oder Tablet durch das Haus gehen, Messpunkte speichern, benennen und komplette Sitzungen vergleichen.
Was sind Räume und Punkte? Ein „Raum“ ist kein Cloud-Objekt und keine Gerätegruppe. Es ist einfach ein gespeicherter Messpunkt an einem physischen Ort, zum Beispiel „Wohnzimmer“, „Schlafzimmer“, „TV-Regal“ oder „Küche“. Jeder Punkt merkt sich, was das Telefon dort gesehen hat: Signalstärke, aktuellen Kanal, Zahl sichtbarer APs und Kanalempfehlungen.
So führt man einen vollständigen Raum-Scan durch:
- Den Room Scanner auf einem Telefon oder Tablet öffnen. Auf Android TV ist dieser Modus bewusst eingeschränkt, weil der Fernseher an einem Ort bleibt.
- Auf Start walk scan drücken.
- Am ersten Ort stehen bleiben und einen Punkt speichern. Die App kann sofort nach einem Namen für den Punkt fragen.
- In den nächsten Raum oder zur nächsten Position gehen und erneut Save room point verwenden.
- Falls nötig den letzten Punkt antippen und Rename last point wählen.
- Nach Abschluss der Route Finish and analyze auswählen.
So liest man die Ergebnisse:
- Recommendation markiert die am wenigsten überlasteten Kanäle anhand sichtbarer Netze und ihrer Stärke.
- Why this channel? zeigt die aus Überlappung abgeleitete Bewertung. Im 2,4-GHz-Band sind meist 1 / 6 / 11 die Schlüsselkänale.
- Detected networks listet SSIDs/BSSIDs mit RSSI, Kanal, Band und Breite auf.
- Heatmap zeigt, welche Kanäle sauberer wirken und welche stärker belegt sind.
A/B comparison dient dem Vergleich zweier gespeicherter Sitzungen, zum Beispiel vor und nach einem Kanalwechsel am Router oder zwischen zwei Router-Positionen. Die App erklärt, ob mehr benachbarte APs auftauchten, ob das aktuelle Netz den Kanal gewechselt hat und ob sich die 2,4-/5-GHz-Empfehlung verändert hat.
New scan from zero löscht nur die aktuell sichtbaren Ergebnisse auf dem Bildschirm und startet einen frischen Scan. Gespeicherter Raum-Verlauf wird dabei nicht gelöscht.
DFS auf 5 GHz bedeutet oft sauberere hohe Kanäle, aber Router können bei Radarerkennung gezwungen sein, den Kanal zu verlassen, und manche TVs unterstützen nicht jeden DFS-Kanal. Wenn Streaming instabil ist, ist ein stabiler Nicht-DFS-Kanal in Routernähe oft die sicherere Wahl.
Auf Telefonen und Tablets verlangt Android in der Regel Standortberechtigung oder „Nearby Wi‑Fi devices“ plus aktivierte Ortungsdienste. Auf Android TV stellt das System oft nur die aktuelle Verbindung bereit; vollständige Haus-Scans sind daher für ein mobiles Gerät gedacht.
8. Internet Speed Test
Der Speed Test hat zwei Stufen.
- Quick test in Free liefert eine kurze Stichprobe und verbraucht weniger Daten.
- Detailed test in Premium misst Download, Upload, Latenz und Jitter und speichert einen lokalen Verlauf.
Premium erlaubt außerdem die Wahl zwischen Auto, EU, US oder einer eigenen URL. Eine eigene Test-URL ist nützlich, wenn man das Verhalten gegenüber einem bestimmten Server oder dem eigenen Endpoint vergleichen möchte.
Verlauf ist besonders sinnvoll nach einem Wi‑Fi-Kanalwechsel, einem DNS-Wechsel, einer Router-Verschiebung oder für Vergleiche zu verschiedenen Tageszeiten.
Man sollte bedenken, dass detaillierte Tests echte Daten übertragen. In Mobilfunktarifen kann das Kontingent verbraucht werden.
Der Bereich Tools ist inzwischen ein echtes Diagnosepaket und nicht mehr nur ein Nebenmodul zu DNS.
- DNS Speed Test vergleicht die Latenz verschiedener Resolver im aktuellen Netzwerk. Gemessen wird Geschwindigkeit, nicht Datenschutzqualität.
- Website reachability prüft DNS-Auflösung und grundlegende HTTP/HTTPS-Erreichbarkeit für eine Domain oder URL.
- Network inspector / My address zeigt lokale Adressen, Gateway, aktives DNS und den allgemeinen Netzwerkzustand.
- Quick LAN snapshot liefert einen leichten Überblick über Interfaces, Gateway und ARP-Cache.
- Deep LAN scan sucht aktiv nach Hosts im lokalen Subnetz und führt leichte Prüfungen gängiger Ports aus. Er bleibt im LAN und benötigt kein Root.
- Wake-on-LAN sendet ein Magic Packet an ein Gerät, das WoL unterstützt.
- Stability Monitor sammelt Latenzproben zu Gateway und DNS, damit sich Spitzen durch Wi‑Fi-Überlastung, den Router oder die Internetleitung erkennen lassen.
Lokale DNS-Statistiken sind ein optionaler Verlauf, der nur lokal gespeichert wird. Wenn man ihn aktiviert, speichert die App DNS-Aktivität und Top-Domains ausschließlich auf dem Gerät. Das ist eine bewusste Entscheidung, weil Domain-Verläufe privat sein können.
10. SSH Client und Tunnel
SSH ist ein Premium-Werkzeug für eigene Server, NAS-Geräte, Router und andere vertrauenswürdige Systeme.
- SSH profiles speichern Host, Port, Benutzer, Passwort oder privaten Schlüssel.
- Quick commands sind gespeicherte Makros, die auch mit einer TV-Fernbedienung bequem nutzbar bleiben.
- Run command führt einen einzelnen Befehl aus und zeigt das Ergebnis, ohne eine vollständige Shell zu öffnen.
- Open terminal startet eine interaktive SSH-Shell-Sitzung.
- SSH tunnel erstellt lokales Forwarding
127.0.0.1:localPort → remoteHost:remotePort über das gewählte Profil.
- Reverse SSH tunnel stellt einen Port auf dem SSH-Server zurück zu diesem Gerät bereit, ohne einen öffentlichen
0.0.0.0-Bind zu verwenden.
Diese Funktion ist nicht für zufällige öffentliche Server gedacht. Zugangsdaten bleiben lokal und sollten daher nur mit Systemen verwendet werden, die man besitzt oder verwaltet.
11. Walkie Talkie Free und Walkie Beta QR Premium
Die App hat jetzt zwei unterschiedliche Kommunikationsmodule, die nicht verwechselt werden sollten.
Walkie Talkie Free ist das klassische Bluetooth-Modul. Zuerst koppelt man die Telefone in den Android-Bluetooth-Einstellungen, dann versetzt man ein Gerät in den Wartemodus und verbindet sich vom anderen Gerät aus über die Liste gekoppelter Gespräche. Es bietet Chat, Fotos, Rufsignal, Lautsprecherumschaltung und Half-Duplex-Hold-to-Talk. Neuere Updates brachten zusätzlich Gesprächslisten, Nearby-BLE-Erkennung und ein leichteres Akkuverhalten.
Walkie Beta QR ist das neue Premium-Modul und getrennt vom klassischen Walkie.
- Es funktioniert nur auf kompatiblen Telefonen und Tablets aus Google Play. Auf Android TV startet es nicht.
- Der Host erstellt einen Raum und zeigt einen QR-Code oder Einladungscode an.
- Ein Teilnehmer scannt den Live-QR, wählt ein QR-Foto aus der Galerie oder fügt den Code manuell ein.
- Die Verbindung läuft lokal über Nearby Connections, ohne App-Cloud und ohne öffentliches Raumverzeichnis.
- Sprache ist Half-Duplex Hold-to-Talk: Nur die Person, die gerade die Taste hält, spricht.
- Es gibt außerdem Rufsignal, Chat, Foto-Freigabe und eine Lautsprecherumschaltung.
Häufigste Voraussetzungen für Walkie Beta QR: Premium, Google Play Services/Nearby, Bluetooth, Mikrofon, Kamera und auf manchen Android-Versionen zusätzlich Standort oder Berechtigung für Geräte in der Nähe.
Wenn Nearby auf dem Telefon nicht verfügbar ist, bleibt das klassische Bluetooth-Walkie der Rückfallweg.
12. Android TV, Launcher, Widgets und Auto/Bluetooth
- Pin to Home / Add to Favorites: Einige Fernseher, darunter ausgewählte Sony-Modelle, fügen neue Apps nicht automatisch zur Startreihe hinzu. Apps öffnen, OK lang drücken und die App manuell anheften.
- Leanback shortcut: Die App veröffentlicht zusätzlich eine Launcher-Verknüpfung, die separat erscheinen kann.
- Autostart: Nach dem Start von Android TV kann die App die aktuellen DNS-Einstellungen oder ein ausgewähltes Profil wiederherstellen.
- Widgets: Es stehen Widgets zum Starten/Stoppen von DNS sowie ein DNS-Profil-Widget zur Verfügung.
- TV recording helper und on-screen remote sind Testwerkzeuge für saubere TV-artige Screenshots und Videos.
- Android Auto compatibility versucht Konflikte zwischen DNS-VPN und Android Auto zu reduzieren.
- Auto/Bluetooth rules erlauben die Auswahl eines Auto-Bluetooth-Geräts und die Entscheidung, ob DNS beim Verbinden mit dem Auto automatisch getrennt werden soll und ob der frühere DNS-Zustand später wiederhergestellt wird.
13. Datenschutz und wichtige Hinweise
Die App folgt einem Local-first-Modell: kein Konto, keine allgemeine App-Cloud und keine Werbung. Das bedeutet trotzdem nicht, dass jedes Werkzeug dauerhaft offline ist. Die praktische Bedeutung ist wichtig.
- DNS-Abfragen gehen an den vom Nutzer gewählten Resolver.
- Own DNS protokolliert vollständige Domains nur, wenn der Nutzer diese Option ausdrücklich aktiviert.
- SSH-Profile, Wi‑Fi-Verlauf und Speed-Test-Verlauf werden lokal auf dem Gerät gespeichert.
- Walkie Beta QR und das klassische Walkie arbeiten lokal/offline ohne App-Cloud.
- Premium-Käufe und Google-Play-Module werden von Google Play verwaltet, nicht von einem eigenen Zahlungs-Backend der App.
Vor dem Teilen von Exporten oder Screenshots sollte man prüfen, ob DNS-Logs, Hostnamen, WLAN-Namen oder Server-Adressen zu sehen sind. Die App hält diese Daten lokal, aber ein manuell geteilter Export liegt in der Verantwortung des Nutzers.